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Neue Gerüchte und kesse Lügen

Der Wahlkampf läuft leider nicht immer fair ab, es werden einige absurde Dinge über Christian Ströbele - auch in der Berichterstattung - verbreitet. An dieser Stelle stellt er das mal klar.

   "Man sollte nicht jedem schnatternden Entchen glauben" - Foto von: Florian Seiffert
 

"Man sollte nicht jedem schnatternden Entchen glauben" - Foto von: Florian Seiffert

1. Die KonkurrentInnen von Christian behaupten, er hätte das Briefpapier des Bundestages genutzt und damit mit Bundestagsmitteln Wahlkampf gemacht.

Richtig ist, dass Christian Ströbele den Briefkopf verwendet hat, jedoch hat er das Briefpapier aus eigenen Mitteln bezahlt, also es wurden keine öffentlichen Mittel für den Wahlkampf genutzt. Hinzu kommt, dass er bereits 2002 den damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse zwecks Verwendung des Bundesadler-Briefkopfes angeschrieben und um Stellungnahme gebeten hat: dieser hat ihm versichert, dass der Bundesadler zum Zwecke der Mandatswerbung genutzt werden darf und dass keine Bedenken gegen dieses Vorhaben bestehen. Denn laut Bundestag können Abgeordnete bei "mandatsbedingten Angelegenheiten" ihren offiziellen Briefkopf verwenden, müssen die Kosten aber selber tragen. Dies ist bei Christian der Fall.

Christians Brief sowie die Stellungnahme von Wolfgang Thierse finden Sie/ findet Ihr hier

2. Die BZ titelte am 08.September mit einem Fragezeichen ich hätte die Lust auf`s Radfahren verloren und gibt den Anschein, ich würde heimlich mit dem Auto fahren und das Fahrrad nur zur Image-Pflege einsetzen.

Richtig ist, dass ich nach einer Podiumsdiskussion am 03.Septmeber 2009 in der Zwingli-Kirche in Friedrichshain mein Fahrrad in mein Auto verstaut habe, um mit meiner Frau, die mit dem Auto gekommen war, nach Hause zu fahren. Das Auto stand in der Danneckerstraße auf der anderen Straßenseite, unmittelbar gegenüber der Zwingli-Kirche, in der die Veranstaltung stattgefunden hatte. Ich schob das Fahrrad zum Auto und lud es ein. Es war ihr und mir kaum zumutbar, sie mit dem Fahrrad mitzunehmen.

Gerade in der Wahlkampf-Zeit setze ich mein Auto für den Transport von Ständen oder zum Aufhängen der Plakate ein. So habe ich das auch schon in den letzten Wahlkämpfen gemacht.

Radfahren ist eine gesunde und in der Stadt - vor allem bei kurzen Strecken - ökologisch nachhaltige Fortbewegungsart.

Bei schlechtem Wetter oder wenn die Zeit zu knapp ist, transportiere ich mein Fahrrad auch mal mit der S-Bahn. Dass ich ein Auto besitze und es auch ab und zu benutze, daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht.

Übrigens: Die Fotos, die die BZ verwendet, stammen aus dem Jahr 2007 und wurden von Mitgliedern der Linkspartei vor dem Bundestag gemacht. Dazu nehme ich in Punkt 2 Stellung.

3. Heimlich würde ich eine Villa am Wannsee besitzen.

"Unrichtig ist, daß ich eine Villa oder ein Haus am Wannsee besitze. Richtig ist, daß ich keine Villa und auch kein Haus an irgendeinem See besitze und auch sonstwo besitze ich weder Haus noch Villa."

4. Ganz heimlich sei ich Besitzer eines Porsche-Autos.

Richtig ist, dass ich 1957 als Achtzehnjähriger davon geträumt habe, einen Porsche zu besitzen. Leider oder glücklicherweise wurde der Traum nie Realität. 1971 durfte ich aber mit dem alten Porsche eines Freundes mal nach Köln zu einem Gefängnisbesuch fahren. Als ich aus dem Knast kam, habe ich das alte Ding nicht mehr zum Laufen gekriegt. Wärter mussten mir beim Anschieben helfen. Aus der Traum vom Porsche. Diese Geschichte habe ich mal erzählt. Daraus wurde der heimliche Porschebesitzer. Ich bekam eine Anfrage, ob ich nicht für Porsche Werbung machen wollte. Wollte ich nicht.

5. Heimlich würde ich mit dem Auto zum Bundestag fahren und dort im Regen das Fahrrad abstellen.

Richtig ist, dass meine Frau mich tatsächlich samt Fahrrad im Nieselregen schon mal vor dem Bundestag aus dem Auto ausgeladen hat und ich zu einem eiligen Termin geradelt bin. Das geschah vor den Räumen der PDS-Fraktion, die als aufmerksame und gut ausgerüstete KundschafterInnen unbemerkt den unerhörten Vorgang fotografiert und ins Internet gestellt haben.

6. Ganz heimlich würde ich nur für zwei Jahre im Bundestag kandidieren und dann einen ausgesuchten Nachfolger plazieren.

Richtig ist, dass ich gesagt habe, ich kandidiere für die volle Legislaturperiode und ich pflege mein Wort zu halten. Es wäre auch gar nicht möglich, ohne Neuwahlen eineN NachfolgerIn zu platzieren.

Herzliche Grüße,

Ihr/Euer Christian Ströbele